Jugendfeuerwehr

Der Jugend gehört die Zukunft. Diese Floskel wird in Lichtendorf zur Realität, denn seit 1972 existiert im Löschzug Lichtendorf eine „Jugendabteilung“ – die Jugendfeuerwehr. Sie ist nicht nur ein Garant für qualifizierten Feuerwehr-Nachwuchs, sondern vor allem als soziale Einrichtung in Lichtendorf und Sölderholz ein wichtiger und anerkannter Teil der städtischen Jugendarbeit in Dortmund. Treffpunkt der Jugendlichen ist jeden zweiten Freitag von 16:30  bis 18:30 Uhr zum Übungsdienst am Gerätehaus (Dienstplan 2017).


Gruppenbild aus dem Jahr 2008

Die Gründung der Jugendfeuerwehr Lichtendorf erfolgte erstmalig Anfang der 1970er Jahre aus der Tatsache heraus, dass die damalige Löschgruppe überaltert war. Dem Beispiel anderer Feuerwehren des Amts Westhofen folgend, wurde unter Betreuung von Löschzugführer Werner Kortschack sowie der Kameraden Winfried Sperlich, Ralf Heinsch und Bernd Hausner eine Gruppe Jugendlicher aus dem Dorf in den Feuerwehr-Dienst unterwiesen.

Auf Grund des erheblichen Freizeit- Einsatzes der Kameraden sprach es sich bei den Jugendlichen schnell herum, dass die Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Lichtendorf eine prima Alternative zur sonstigen Freizeitgestaltung war; schnell entstand auch eine Fußball-Mannschaft, denn sportliche Aktivitäten waren auch damals schon ein wichtiger Teil der Jugendarbeit. An den Wochenenden im Sommer fand demnach der Feuerwehr-Dienst auch schon mal im Hallenbad statt.

In den Ferien erfolgten Freizeiten – auch mit den Jugendlichen der befreundeten Feuerwehren aus Geisecke, Holzen, Villigst und Westhofen – in den Jugendherbergen in Nottuln bei Münster sowie zwei Jahre hintereinander an der Glörtalsperre in Breckerfeld. Für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr waren es Ferien mit bis heute unvergesslichen Erlebnissen! Große Bedeutung für die Kameradschaft innerhalb der Jugendfeuerwehrgruppe hatten auch die heute noch jährlich stattfindenden Leistungsnachweise.

Sie wurden damals noch auf dem Gelände der heutigen Parkplätze der Spielbank Hohensyburg abgehalten. Die guten Leistungen der aktiven Löschgruppe bei den Wettkämpfen – einem Sportteil, einem theoretischen Teil und einer Löschübung mit offener Wasserentnahmestelle und C-Rohr- Angriff auf drei Feuerstellen – spornten die Jugendfeuerwehrleute ordentlich an. Hiervon zeugen die vielen goldenen Leistungsabzeichen der heute noch aktiven Kameraden.


Wettkampf beim 111-jährigen des LZ Sölde

Mit der kommunalen Neuordnung 1975, der Eingemeindung von Lichtendorf in die Stadt Dortmund und der damit verbundenen Auflösung des Feuerwehrverbandes des Amtes Westhofen kam es auch zur Übernahme der Jugendfeuerwehr Lichtendorf in die Feuerwehr Dortmund. Die Jugendfeuerwehren Holzen und Lichtendorf sind die ersten Jugendfeuerwehren in der Stadt Dortmund überhaupt gewesen. Damals eine Sensation.

Gut 15 Jungen und Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren engagieren sich heute im Jahr 2010 in der Jugendfeuerwehr. Spiel, Spaß und Spannung und natürlich „richtige“ Feuerwehr gehören zum Alltag der jugendlichen Kameradinnen und Kameraden in Lichtendorf. Dabei stehen nicht nur Technik und Dienstvorschriften, sondern vor allem Spaß und Abwechslung auf dem Programm. Ziel ist es, dass die Jugendlichen das benötigte Wissen für ihren späteren Dienst in der Feuerwehr so spielend wie möglich erlernen. Natürlich gehören Feuerwehrgrundlagen zum Inhalt der Dienste – aber es werden auch persönlich – soziales Engagement und besonders Teamwork gefördert.

Geübt wird auch regelmäßig mit echtem Gerät. Das LF 16-TS kennen die meisten Mitglieder der Jugendfeuerwehr nur zu genau. Schläuche, Rohre und Leitern sind Ihnen bestens vertraut – die „Großen“ können ihnen bei Fahrzeugen und Geräten nichts vormachen. Und auch bei der persönlichen Ausrüstung stehen die Jungen den „Alten“ in nichts nach. Vom schützenden Schuhwerk über eine moderne und sichere Arbeitsuniform bis hin zu Helm und Handschuhen sind die jungen Kameraden gut ausgerüstet. Denn auch die Sicherheit spielt im Umgang mit Fahrzeug und Gerät eine überaus wichtige Rolle.

Auf zahlreichen Wettkämpfen glänzten die Lichtendorfer nicht nur mit dem Team ihres Löschzuges, sondern auch mit ihrer schlagkräftigen Jugendfeuerwehr. Zuletzt auf dem 111-jährigen Fest der Feuerwehr Sölde, die zwei Wettkämpfe veranstaltete – einen für die Jugendfeuerwehr, einen für die aktive Wehr. Selbstverständlich, dass die Lichtendorfer beide Pokale holten.


Eine Auswahl der Pokale, die die Lichtendorfer im Laufe der Jahrzehnte gewonnen haben.

Ihnen zur Seite stehen immer zwei Betreuer aus der aktiven Wehr des Löschzuges. Ein spezielles Schulungsprogramm der Feuerwehr Dortmund unterstützt die aktiven Kameraden dabei, sich für die Arbeit mit den Jugendlichen zu qualifizieren. Eins steht dabei immer im Vordergrund: Das Interesse für die Arbeit der Feuerwehr zu wecken und dem Nachwuchs auch Fähigkeiten für das alltägliche Leben mitzugeben.

Es werden aber auch außerdienstliche Aktivitäten wie z.B. gemeinsame Spiele- und Videoabende angeboten. Zu den freizeitlichen Highlights gehören die mehrtägigen Ausflüge der Jugendfeuerwehr in den letzten Jahren. Im Jahr 2003 besuchte eine Gruppe die Hansestadt Lübeck, 2004 gab es ein sommerliches Zeltlager am Sorpesee und im vergangenen Jahr wurde direkt an der Nordsee im schönen Norddeich gecampt. Alle drei Ausflüge waren ein voller Erfolg und kamen beim Nachwuchs gut an. Aber auch Tagesausflüge, z.B. zur Berufsfeuerwehr Witten oder in den Freizeitpark Movie-World nach Bottrop, werden regelmäßig veranstaltet. Wie schon damals in den 1970er Jahren steht eine abwechslungsreiche und sinnvolle Freizeitgestaltung fest auf den Dienstplänen der Lichtendorfer Jugendfeuerwehr. Wert wird dabei natürlich auch auf Spaß gelegt, aber noch viel wichtiger ist das gemeinsame Erleben und Kennen lernen von Neuem.


Gruppenbild aus den Gründerjahren (etwa 1975). Im Hintergrund: das alte LF 8 (BJ 1971)

Die Jugendfeuerwehr dient natürlich auch heute noch der Gewinnung von Nachwuchs für die aktive Wehr. Ohne die Jugendfeuerwehr würde der Löschzug Lichtendorf heute unter akutem Nachwuchsmangel und an Überalterung leiden. Durch die gute Jugendarbeit konnten in den letzten zehn Jahren beinahe 20 neue Kameraden im aktiven Löschzug begrüßt werden, von denen sich heute auch noch 15 im Löschzug aktiv engagieren. Auch in den nächsten Jahren werden wieder einige Kameraden die Volljährigkeit und damit das Einstiegsalter für die aktive Feuerwehr erreichen.

Nachdem die Jugendfeuerwehr vor wenigen Jahren auf Grund sehr vieler Übertritte in die aktive Wehr (sechs Wechsel in nur 18 Monaten) unter einem akuten Nachwuchsproblem litt, können wir uns aktuell wieder großer Beliebtheit erfreuen. Auch zukünftig freuen wir uns über jedes interessierte Mädchen und jeden interessierten Jungen, die Interesse an der Arbeit der Feuerwehr – und fast noch wichtiger: viel Spaß daran haben.

Leider ist die Größe unserer Jugendfeuerwehr begrenzt. Maximal 20 Jungen und Mädchen können gleichzeitig teilnehmen. Durch den regelmäßigen Übergang von volljährigen Kameradinnen und Kameraden in die aktive Wehr ist jedoch eins garantiert: Das Warten lohnt sich – schließlich ist bisher noch jeder Erwachsen geworden. Und nach mittlerweile 38 Jahren Jugendfeuerwehr können wir stolz sagen: Sie ist es auch – und irgendwie auch nicht (zum Glück).